Unsere Hütte wurde damals gerettet!

Als wir 1998 die Alpe kauften, war die Hütte in einem besorgniserregendem Zustand. Die Fundamente im hinteren Stallbereich waren um fast einen Meter nach unten verrutscht. Durch den Schiefstand war das Dach und die Ställwände nach unten „verzogen“ worden. Das „gestrikte Holz“ im hinteren Bereich war dadurch über die Jahre hin modrig geworden.

Wir haben lange studiert, ob die Ursache ein rutschender Hang war? Denn dann wäre eine Sanierung sinnlos gewesen. Beim vorderen Wohnteil war hingegen alles gerade geblieben. Der Grund war letztlich das undichte „Gschäl“, die alte, hölzerne Güllegrube unter dem Stall, welche den Boden aufweichte und die Mauer stehend nach unten rutschen ließ. Also entschieden wir uns für eine Sanierung.

Das Dach selbst, welches in gutem Zustand war, würde abgestützt und dann wurde zuerst mal das marode Holz abgebrochen.

Dann wurden die verrutschten Fundamente freigelegt. Je mehr wir abtrugen, desto schlimmer entpuppte sich der Zustand des Untergrundes.

Schließlich entschieden wir uns, das komplette Fundament neu zu machen. Dazu gruben wir den gesamten Untergrund von Hand aus. Die ganze Familie war im vollen Einsatz dabei.

So stand das Hüttendach dann letztlich frei auf den Stützen.

Nun galt es die Fundament stabil zu verankern. Mit dem Erdbohrer wurden tiefe Fundamentröhren gebohrt und mit Beton ausgegossen.

Um ein aufwändiges Schalen zu umgehen hatte ich mir etws Besonderes einfallen lassen: mit Betonschachtringen wurden die neuen Fundamente in die Höhe gezogen und wiederum mit Beton ausgegossen.

Als die neuen Fundemente fertig waren, wurde das Bauholz mit der Seilwinde und dem alten Holzwagen den steilen Hang zur Hütte hochgezogen.

Das ging bis zur letzten Fuhre gut. Doch diese Fuhre kippte leider um.

Doch es war niemandem was passiert. Danach begann der Wiederaufbau mit den Zimmerern.

Wir wollten soviel wie möglich von dem alten, handbehauenem Holz bewahren. Weil dieses uralte Holz doch sowas wie die Seele der Hütte war. Nur was wirklich morsch und kaputt war, wurde entfernt.

Alle tragenden Teile wurden jedoch wegen der Statik erneuert.

Dann kam der neue Holzschirm drauf.

Und schließlich noch neue Türen und Tore.

Zuletzt noch der Anstrich mit Holzschutzmittel und fertig war unser neue Hütte – aber immer noch mit der uralten, guten Seele.

Nur noch die obere Dachrinne erinnert daran, dass das Hüttendach mit den verrutschten Fundamente nach unten gezogen worden war. Denn die Dachrinne wurde noch vor der Sanierung angebracht. Und als das Hüttendach wieder aufrecht auf den Fundamenten gezogen wurde, da bog sich die Dachrinne, die vorher eben war, nach oben.

Alles in Allem war es damals eine tolle Familienleistung. Vom Opa bis zu den Kindern hatten alle mitgeholfen. Wir hatten ja auch nicht viel Geld zur Verfügung. Und zudem war, und das ist bis heute so, die Hütte nicht mit einem befahrbaren Weg erreichbar. Alles war mühsam und wurde mit viel Fleiß und Handarbeit geschafft. Es hat uns als Familie zusammengeschweißt. Heute sind wir glatt ein bisschen stolz darauf. 🙂

Alois

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