Als Bauer im Kaufmarkt den Kunden Rede und Antwort stehen

Vor mehr als 20 Jahren bekam ich als Feneberg Vertragslandwirt die Aufgabe im Kaufmarkt für meine Mutterkuhhaltung Rede und Antwort zu stehen. Ich hatte richtig „Bammel“ davor. Heute bin ich sogar ein bisschen Stolz darauf.

In der Feneberg-Zentrale in Kempten gab es mit den anderen „Von-Hier-Bauern“ zusammen einen Theorie-Schnellkurs. Zwei Tage später stand ich im Kaufmarkt in Sonthofen und der Metzger-Meister, der für die Fleischtheke zuständig war, übergab mir den „Verkaufswagen“. Mit Gaskocher und Pfanne darauf! Ich war ein bisschen geschockt und stammelte „ich kann das nicht!“ Aber die Antwort des Metzgermeisters war eindringlich: Ganz ruhig sagte er zu mir: „Du wirst es lernen.“

Tatsächlich bruzzelte ich nach seiner Anleitung bald saftig zarte Steaks und bot die leckeren Probehäppchen den Kunden an. Mit der Zeit gelangen mir viele gute Gespräche. Auch mit unbequemen Fragen kam ich bald souverän klar, weil ich Begriff was zählte: Offenheit, Empathie und Ehrlichkeit. Ich lernte in der Tat sehr viel von diesen Kunden. Seitdem weiß ich, dass es niemals „blöde Fragen“ gibt und dass zuhören wichtiger ist als reden. Erst wenn ich den anderen verstehe, kann ich ihm auch meine Sicht der Dinge schildern.

Ich denke oft an dieses Erlebnis zurück, weil das damals erlernte Know-How für mein weiteres Leben sehr wichtig wurde. Manchmal wünsche ich mir solche „Kunden-Aufgaben“ könnten ein Pflichtfach in der Landwirtschaftsschule werden. Dann würden die Verbraucher die Bauern besser verstehen und die Bauern könnten auch etwas mehr mit Kundenwünschen anfangen. Ich sage heute „Danke Feneberg“ für die Lehrstunden als Von-Hier-Bauer im Kaufmarkt.

Euer Alois

https://www.feneberg.de/fileadmin/user_data/feneberg/bilder/von_hier-Magazin/MAGAZIN-PDF/Von_Hier_Magazin_05.pdf

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